Am 24.10.25 wurde der deutsche Fußballkultur Preis verliehen und wir waren mittendrin dabei. Wir als Empty Stands waren für den easyCredit-Fanpreis „Barrierefrei zum Fußball“ nominiert. Leider haben wir den Preis nicht gewonnen, es war wohl wirklich knapp gewesen. Die Jury hat uns (auch im Gespräch danach) mehrfach gelobt und sich anerkennend geäußert. Bitter, aber die Gewinner der Inklusiven Fanclubs der TSG Wilhelmsdorf hatten es auch sehr verdient und am Ende konnte der Abend gut zum Netzwerken und Erfahrungen austauschen genutzt werden, denn es waren sehr viele nicht nur aus der Fußballwelt bekannte Gesichter da. So saßen wir in unmittelbarer Nähe zu Claudia Roth, Jürgen Klopp und Alexandra Popp. Für die Größen im Fußball ist Empty Stands etwas ganz Neues, aber einige haben nach gestern zumindest mal von uns gehört und wissen in den Grundzügen wer wir sind und was unsere Mission ist.
Bei der Preisverleihung wurde neben dem Fanpreis auch das Fußballbuch und der Fußballspruch des Jahres gekürt. Die Juryentscheidung zum Fußballbuch fiel auf Barbi Markovics „Piksi-Buch“. Juror und Podcaster Danny Neidl beschreibt den Roman in seiner Laudatio als einen „literarischen Sololauf – temporeich, pointiert und zutiefst berührend […]“. Bei dem Fußballspruch des Jahres durften alle Anwesenden aktiv werden und selbst abstimmen. Zur Wahl standen „Dann werden die Würfel neu gemischt“ von Lothar Matthäus über die Torwartkonstellation der Nationalmannschaft, sowie „Früher hab‘ ich 80 Minuten zugeguckt, heute 90“, von Nils Petersen im Rückblick auf seine Rolle als Top-Joker. Gewonnen hat am Ende Nils Petersen, und auch wenn hier nicht verraten wird wofür wir gestimmt haben sei so viel gesagt: Wir haben natürlich für den einzig richtigen Spruch abgestimmt. Zum Ende des Abends erhielt Jürgen Klopp den Walther-Bensemann-Preis, eine Auszeichnung für sein kulturelles Brückenbauen, ganz so, wie Walter Bensemann es 1898 auch tat, indem er das erste Länderspiel auf die Beine stellte.
Nach dem offiziellen Teil fand noch eine Gala zur Feier des Tages statt. Mit Häppchen, Sekt und dem ein oder anderen (leider nicht Stadion-) Bier kam der Abend zu einem angenehmen Schluss. Für meinen Partner und mich als Herthaner bestand ein kleines inoffizielles Highlight daraus, Hans Meyer zu treffen, der Hertha BSC in der Saison 03/04 zum Klassenerhalt führte. Er nahm unsere Begeisterung mit Humor, und fragte, ob wir denn wüssten, dass er nicht Jürgen Klopp sei. Ja, wussten wir und genau das sorgte für unsere Begeisterung. Nach weiteren intensiven Gesprächen neigte sich ein langer aufregender Tag so langsam dem Ende zu, und wir überließen Thiemo Müller (Kicker), Jonas Karpka (Journalist und Aktivist), sowie Nikfried von behindert nicht den Fußball und allen anderen die Bühne der Aftershowparty. Auch ohne Preisgewinn konnten wir allen zeigen, dass Empty Stands nicht auf die Auswechselbank gehört, sondern eine etablierte Größe in der Aufstellung der Barrierefreien Fußballwelt ist.



